Klaus Rohwer



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Skalensymbole


Skalensymbole sehen (in der von mir verwendeten Schreibweise) oft genau so aus wie Akkordsymbole, nur dass sie ALLE Töne der Tonleiter so behandeln, als wenn sie zu EINEM Akkord gehören würden. Sie bezeichnen also sozusagen den "Maximalakkord", der mit dieser Skala möglich ist (weswegen ich diese Skalensymbol-Schreibweise "Maximalakkord-Schreibweise" nenne -- es gibt durchaus auch andere Bezeichnungsweisen). Im Umkehrschluss heißt das, dass man die Töne dieser Skala immer dann zum Improvisieren verwenden kann, wenn man ein Akkordsymbol vorliegen hat, das einen Teil der für diese Skala angegebenen Optionen umfasst. Entsprechend wie bei den Akkordsymbolen kann man auch sagen, dass Skalensymbole die Abweichung von der gewöhnlichen (ionischen) Dur-Tonleiter ausweisen.

Das ist zunächst sehr abstrakt, konkreter wird es hoffentlich durch ein paar Beispiele, die wir der kleinen Skalenuhr entnehmen. Da ist zunächst einmal die ionische Tonleiter, die mit dem Skalensymbol C6,Maj7,13 beschriftet ist. Die Töne dieser Skala (= C-Dur-Tonleiter) kann man immer dann zum Improvisieren verwenden, wenn man das Akkordsymbol C oder CMaj7 sieht. Auch die gelegentlich vorkommenden Akkorde CMaj9 oder CMaj13 passen zu dieser Skala. Dabei sollte man die Quarte (F) vermeiden bzw. nur als Übergangston verwenden. Auch die Sexte (A) sollte man meiden, außer wenn eine 6 oder eine 13 im Akkordsymbol vorkommen. Bei einer 6 sollte man die Septime (B) meiden, während sie bei einer 13 durchaus gespielt werden kann.

Die nächste der Kirchentonarten, Dorisch-Moll, ist mit Cm6, m13 bezeichnet, wobei ich voraussetze, dass wir die Grundton-Scheibe und die Deckscheibe der kleinen Skalenuhr festgehalten und nur die Skala-Scheibe verdreht haben, so dass der Grundton C bleibt. Die Töne dieser Skala kann man verwenden, wenn man dieAkkordsymbole Cm, Cm6 oder Cm7 geschrieben sieht. Sie gilt aber auch für Cm9, Cm11, Cm13, Cmadd9, Cmadd11, Cm7add11, Cmadd13, Cm7add13, Cm9add13 und Cmadd9add13- anders ausgedrückt: mit der dorischen Tonleiter kann man bei Moll-Akkorden kaum etwas falsch machen! Deswegen wird sie im Jazz auch sehr häufig eingesetzt.

Die nächste der Kirchentonarten, Phrygisch-Moll, ist mit dem Skalensymbol Cm7b9,11b13 beschriftet. Diese Skala kann man nur dann verwenden, wenn im Akkordsymbol entweder keine None und keine Tredezime angegeben sind (z. B. bei Cm oder Cm7 oder auch Cm7add11) oder eine kleine None, eine kleine Tredezime oder beides, z. B. Cm7b9, Cm7b13 oder Cm7b9b13. Hieran kann man schon ganz gut sehen, was die Schreibweise der Skalensymbole bedeutet: das m für Moll bedeutet, dass die Terz -- anders als in der Dur-Tonleiter -- eine kleine ist. Die 7 bedeutet, dass die Septime -- anders als in der Dur-Tonleiter -- eine kleine ist. Ebenso sind die None (b9) und die Tredezime (b13) jeweils -- abweichend von der Dur-Tonleiter -- kleine Intervalle. Da bei einer Skala -- anders als bei einem Akkord -- die None und die Sekunde das Selbe sind, ebenso die Sexte und die Tredezime, könnte man im Skalensymbol auch schreiben (am vorliegenden Beispiel): Cm7b2b6. Manche Autoren tun das auch, ich verwende hier die von den Akkordsymbolen her gewohnte Schreibweise, damit man leichter ableiten kann, zu welchen Akkorden man die jeweilige Skala spielen kann.

Betrachten wir die nächste der Kirchentonleitern, Dur lydisch, abermals mit dem Grundton C. Ihr Skalensymbol lautet CMaj7,9#11,13. Hier wird also die große Septime (wie in der ionischen Tonleiter) verwendet, zusätzlich wird die übermäßige Undezime verwendet (#11, was hier das Gleiche ist wie die übermäßige Quarte #4). Man kann die lydische Skala also verwenden, wenn man die Akkorde C, C6, CMaj7, CMaj9, CMaj7#11 oder CMaj9#11 vorliegen hat.

Die nächste der Kirchentonleitern ist die mixolydische, und diese wird auch außerhalb des Jazz sehr häufig verwendet, nämlich immer dann wenn ein Dominantseptakkord vorliegt, der auch außerhalb des Jazz sehr häufig vorkommt. Ihr Skalensymbol lautet C13(sus4), wobei die 13 sowohl die Undezime (11) und die None (9) als auch die kleine Septime (7) mit einschließt. Sie bezeichnet also eine C-Dur-Tonleiter mit kleiner Septime (Bb statt B). Man kann also die mixolydische Tonleiter immer dann verwenden, wenn man einen C-Dur-Akkord mit kleiner Septime vorliegen hat, also bei C7, C9, C11 und C13, aber auch bei C7add11, C7add11, C7add13, C7add11add13 sowie bei C7sus4, C9sus4 und C13sus4 -- sofern man die Terz meidet; deswegen steht die "sus4" hier in Klammern. Es gibt nämlich auch Skalen, die gar nicht erst die Terz enthalten, aber die Quarte. Bei diesen steht die "sus4" nicht in Klammern, aber unter den Kirchentonarten kommt soetwas nicht vor (siehe dazu meine Große Skalenuhr).

Die äolische Moll-Tonleiter hat das Skalensymbol Cm7b13. Sie ist die "gewöhnliche" Moll-Tonleiter und unterscheidet sich von der Dur-Tonleiter durch die kleine Terz, die kleine Septime und die kleine Tredezime bzw. Sexte; man könnte also auch Cm7b6 schreiben. Sie kann immer bei den Akkorden Cm, Cm7, Cm9, Cm11, Cm7b13, Cm9b13 und Cm11b13 eingesetzt werden, nicht aber bei Cm6oder Cm13!

Die lokrische oder halbverminderte Skala hat das Skalensymbol Cm7b5b9,11b13. Wie man an der Option b5 sieht, weist sie eine verminderte Quinte auf, wegen der 7 aber "nur" eine kleine Septime. Auch die None/Sekunde und die Tredezime/Sexte sind vermindert, nicht jedoch die Undezime/Quarte. Man kann die lokrische Skala nur zu Akkorden spielen, die mindestens eine verminderte Quinte aufweisen, also neben dem halbverminderten Akkord Cm7b5 (CØ) auch zum verminderten Akkord Co (Cdim), nicht aber zum verminderten Akkord mit verminderter Septime Co7. Hierfür benötigt man die Ganzton-Halbton- oder die Halbton-Ganzton-Skala, die deswegen auch verminderte Skalen heißen und nicht unter den Kirchentonarten vorkommen. Dies ist einer der Gründe, warum man mit den Kirchentonarten und somit auch mit der "Kleinen Skalenuhr" im Jazz nicht ganz auskommt.

Nach Skalen zu improvisieren ist nur eine mögliche Herangehensweise. Sie empfiehlt sich besonders für den sogenannten Modalen Jazz, bei dem längere Passagen in jeweils einer Skala (einem Modus) begleitet werden. Eine andere Herangehensweise ist, möglichst die Töne der jeweils gegenwärtigen Tonart zu verwenden und nur diejenigen Töne auszutauschen, die durch die Akkordsymbole als verändert vorgegeben werden. Bei einfachen Stücken kann das auf das Selbe hinauslaufen, wie das Improvisieren nach Skalen. Im Allgemeinen wird man keine Zeit haben, über diese Zusammenhänge während der freien Improvisation nachzudenken. Aber es lohnt sich, mal das eine oder andere Musikstück her zu nehmen und anhand der Akkordsymbole zu überlegen, welche Töne man dazu spielen könnte. Wie bereits oben gesagt: "Lerne alles, was Du über Harmonielehre lernen kannst! Dann vergiss alles wieder und spiele."

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