Klaus Rohwer 

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Tipps zur Modellauswahl - Verstärkung - Wartung und Pflege - Stimmen und Lösen - Modifizieren

Zwei Hinweise, die man nicht oft genug wiederholen kann

Verstärkung: 

  • Wenn Du noch nie über einen Verstärker gespielt hast, tu das bei nächster Gelegenheit! Erst dann hörst Du mal den Sound deiner Mundharmonika richtig, egal ob Du Jazz spielst (auf keinen Fall Verzerrung verwenden, Verstärker nicht übersteuern!) oder Blues (Verzerrung nur durch Übersteuerung eines Röhrenverstärkers erzielen oder dementsprechendes Effektgerät verwenden; niemals Transistorverstärker übersteuern, das klingt besch...euert!) 
  • Wenn Du über einen Verstärker spielst, empfiehlt es sich, die Höhen ganz weg zu drehen, sonst klingt eine Mundharmonika leicht sehr schrill. 
  • Welches Mikrofon und welchen Verstärker soll man verwenden? Da gibt es zahlreiche Dinge zu beachten. Bevor Du Dir selbst ein Mikrofon und einen Verstärker zulegst, solltest Du erst einmal verschiedene Kombinationen ausprobieren. Die Wahl hängt auch sehr von dem Musikstil ab, den Du spielen willst! Während für Country-Blues (also die urtümlichste Form des Blues) auch ein Gesangsmikrofon auf einem Ständer geeignet ist, wird man für "elektrischen" Chicago-Blues ein Mikrofon wählen, dass man mit der Hand umschließen kann. Da sind besonders die sogenannten Fahrradlampen-Mikrofone (weil sie so aussehen wie ein alter Fahrradscheinwerfer) gebräuchlich. Sie verursachen allerdings ziemliche Verzerrungen, was sie für andere Musikstile eher unbrauchbar macht, während man ja im Blues gerade den "dreckigen" Sound haben will. Noch unterstützt wird dieser Klang von einem echten Röhrenverstärker - oder einem Transistorverstärker mit vorgeschaltetem Effektgerät, das den Klang eines Röhrenverstärkers simuliert.
    Für andere Musikstile kann man häufig ein normales Gesangsmikrofon verwenden, bei denen es allerdings auch beträchtliche Klangunterschiede gibt. Da muss man wieder ausprobieren, was einem am besten gefällt. Ähnlich ist es mit einem Verstärker. Wer es besonders edel haben möchte, wird sich einen echten Röhrenverstärker zulegen, muss dafür aber auch einen gewissen Preis zahlen. Ein Transistorverstärker tut es aber meistens auch und ist viel billiger. Viele Gitarren- und Gesangsverstärker eignen sich auch zur Verstärkung einer Mundharmonika. Allerdings muss man darauf achten, dass das gewünschte Mikrofon auch zu diesem Verstärker passt. Das sollte sich aber insofern von selbst ergeben, weil Du ja die Kombination Mikrofon/Verstärker schon im Laden ausprobiert hast!
    Man kann leicht auf die Idee kommen, ein Ansteck- oder Umhängemikrofon für die Verstärkung einer Mundharmonika zu verwenden: es ist schön klein und leicht und meist auch nicht sehr teuer. Dennoch ist das keine gute Idee: solche Mikrofone sind für die Aufnahme von Sprache optimiert, und zwar direkt vor der Brust eines Sprechers. Deswegen wird bei Ihnen der Frequenzbereich der sogenannten "Brustkorbresonanz" herausgefiltert -- und das ist gerade der Frequenzbereich, den man für die Mundharmonika am nötigsten braucht. Um dies am Verstärker zu kompensieren, muss man ihn recht weit aufdrehen - und das erhöht die Rückkopplungsgefahr (siehe dazu auch unten) ganz beträchtlich.
    Zur Verringerung der Rückkopplungsgefahr ist es nützlich, wenn das Mikrofon eine gewisse "Richtcharakteristik" hat, d. h. Schall, der von vorne kommt, lauter aufnimmt, als wenn er von der Seite oder gar von hinten kommt. Dabei kann man aber nicht generell sagen, dass eine stärkere Richtwirkung auch eine bessere Rückkopplungsvermeidung bedeutet. Außerdem weisen Mikrofone mit Richtcharakteristik den sogenannten Naheffekt auf, eine Anhebung der tiefen Töne, wenn sich die Schallquelle nahe am Mikrofon befindet - und das tut die Mundharmonika ja in der Regel. Ich empfehle daher die sogenannte "Nieren-Charakteristik": sie ist gut geeignet, einen großen Teil der Rückkopplungssituationen zu vermeiden, aber noch nicht so stark, dass sie unerwünschte Effekte zeigt.
    Welche Leistung soll der Verstärker haben? Das hängt zum Einen vom Verstärkertyp ab: ein Röhrenverstärker benötigt für den selben Zweck nur etwa die halbe (Ausgangs-)Leistung wie ein Transistorverstärker. Das liegt daran, dass die (erwünschten!) Verzerrungen eines Röhrenverstärkers den Klang voller machen und er daher lauter wirkt, als er tatsächlich ist. Für den selben Preis wird man aber auch leicht einen Transistorverstärker mit der doppelten Leistung bekommen. Für den Probenraum reicht eine Ausgangsleistung von einigen zehn Watt bis zu hundert Watt allemal aus. Hundert Watt -- so viel hat mein Übungsverstärker -- reichen auch locker, um einen kleineren Saal zu beschallen. Für einen größeren Saal braucht man dann schon leicht mal ein paar hundert Watt - aber so viel Publikum wird man am Anfang sicher nicht haben. Wenn man draußen spielen und auch gehört werden will, dann wird man meist nicht mit dem eigenen Verstärker auskommen, sondern über eine Verstärkeranlage (PA) spielen müssen.
Mikrofon
  • Zur Vermeidung von Rückkopplungen ist es vorteilhaft, wenn die Mundharmonika schon von sich aus relativ laut ist - klar, dann braucht man den Verstärker nicht so weit aufzudrehen. Generell sind chromatische Mundharmonikas leiser als diatonische (Bluesharps), was verschiedene Gründe hat. Mit einer chromatische Mundharmonika erzielt man eine größere Lautstärke, wenn sie (zumindest teilweise) mit Ventilen ausgestattet ist. Ventile verhindern, dass beim Blasen auch Luft durch die Ziehzunge entweichen kann (und umgekehrt); deshalb kann man mit derselben Luftmenge lauter spielen. Aber Vorsicht: nicht in alle Modelle lassen sich nachträglich Ventile einbauen, und nicht alle Ventile, die schon eingebaut geliefert werden, taugen etwas, wenn man sie nicht modifiziert! 
  • Ich mag keine normalen (Gesangs-)Mikrofone, weil die mir zu schwer sind. Die im Blues gängigen "Fahrradlampen"-Mikrofone sind für Jazz eher ungeeignet, denn sie beeinflussen den Klang doch sehr. Ausserdem habe ich relativ kleine Hände und hätte Schwierigkeiten, den Raum um das Mikrofon damit zu schließen. (Das ist nötig, wenn man Handeffekte wie Wah-Wah und Handtremolo einsetzen möchte.) Deshalb habe ich mir ein kleines Mikrofon selbst gebaut; wie, das ist in meinem Artikel (erschienen in der Zeitschrift Harmonica Player Nr. 7) genau beschrieben. Solch ein Mikrofon kann ich nur empfehlen: es ist leicht, und weil man es vollständig mit den Händen umschließen kann, ist es auch wenig anfällig für die allfälligen Rückkopplungen. 

Zwei Hinweise, die man nicht oft genug wiederholen kann

Tipps zur ...

Modellauswahl - allgemein - chromatische Mundharmonikas
Verstärkung
Wartung und Pflege
Stimmen und Lösen
Modifizieren - Linksverkehr - Stimmplatten verschrauben

Diese Liste wird bei Gelegenheit erweitert!

Wer Fragen hat, die hier nicht beantwortet werden, wird vielleicht fündig bei Chmel.at oder bei tafnac (alle deutsch) oder bei einem meiner Mundharmonika-Links. Wenn nicht, kann ich empfehlen, sich an eines der inzwischen zahlreichen Mundharmonikaforen im Internet zu wenden und die Fragen dort zu stellen. Man kann sich auch per e-mail direkt an mich wenden.


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Fotos: U. Büttner, Klaus Rohwer