Klaus Rohwer 
Harp-Mikrofon und Vorverstärker zum Selberbauen 

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Dieser Artikel ist ursprünglich in der Zeitschrift Harmonica Player erschienen.
Bitte auch die Aktualisierungen am Ende beachten!
So ein Mikrofon zum Selberbauen, wie im Artikel von Georg Habernoll in Harmonica Player No. 6 beschrieben, benutze ich schon lange und habe einige Erfahrungen damit gesammelt - überwiegend gute! 

Ein schwacher Punkt der Mikrofonkonstruktion sind die Lötstellen an der Mikrofonkapsel: sie brechen durch die Bewegungen bei der Benutzung leicht ab. Ich habe mir daher ein neues Mikrofon gebaut, das dagegen besser gefeit ist und seither gut funktioniert: Ich verwende eine Miniatur-Mikrofonkapsel mit nur ca. 5 mm Durchmesser. Sie wird im Elektronikhandel als "Meßmikrofon" verkauft, das hört sich schon mal nach einem sehr linearen Frequenzgang und damit nicht schlecht an... (ist aber trotzdem nicht teuer: unter 10 DM). Diese Kapsel paßt in eine ganz gewöhnliche Kabeldurchführung mit Zugentlastung rein. 

Kabeldurchführung mit Zugentlastung - was ist denn das? Stell Dir vor, Du willst das defekte Netzkabel an einem Gerät austauschen, und es ist am Gerät nicht einfach eingesteckt, sondern durch die Wand des Gerätegehäuses hindurchgeführt. Dann kommt das Kabel ja nicht einfach so durch ein Loch in der Wand heraus, sondern es sitzt in einem Plastikteil fest, und das ist die Kabeldurchführung. Sie dient meistens zugleich als Zugentlastung, denn wenn man versehentlich (oder auch absichtlich) stark am Kabel zieht, sollen ja nicht innen gleich die Drähte abreißen. Deswegen ist das Kabel mit seiner äußeren Isolierung meistens in der Durchführung festgeklemmt, zur Zugentlastung eben. Solche Kabeldurchführungen kann man für ca. 1,50 DM im Elektronikladen oder auch in manchen Elektrogeschäften bekommen. 

Bild 1 Das (Plastik-)Gewinde der Durchführung, mit dem man sie normalerweise im Gehäuse festschraubt, habe ich bis auf ein kurzes Stück abgesägt. Die Mikrofonkapsel habe ich an das entspechende Kabel angelötet (Bild 1), mit einer dünnen Lage Schaumstoff umwickelt und dann das Kabel durch die Kabeldurchführung, die als Mikrofongehäuse dienen soll, hindurchgezogen, bis die Kapsel samt Schaumstoff darin verschwindet. Dann noch die Zugentlastung festgezogen... fertig (Bild 2)! 
 

Bild 2Das heißt, an das andere Kabelende muß natürlich noch ein (Klinken-)Stecker angelötet werden. Die Mikrofonkapsel sitzt jetzt - gestützt vom Schaumgummi - in der Kabeldurchführung, und nichts außer ihrem sehr geringen Eigengewicht zieht an den Lötstellen. Jetzt kann ich das Mikrofon ohne mechanische Belastung der Lötstellen am Kabel oder am "Gehäuse" (Kabeldurchführung) festhalten bzw. zwischen die Finger klemmen. Hat sich sehr bewährt! 

Was sich übrigens gerade jüngstens bei mir nicht bewährt hat, ist, nicht auf Qualität beim Stecker geachtet zu haben. Die Folge war ein Wackelkontakt mit Aussetzern und Krachen im Verstärker! 

Als Kabel braucht man übrigens nicht unbedingt zweiadriges Mikrofonkabel zu verwenden, einadriges tut's auch, wenn man die Abschirmung als Masseleitung verwendet. Einadriges Kabel kann allerdings eventuell zu dünn sein, um es in der Zugentlastung der obigen Konstruktion festzuklemmen. Wenn man zweiadriges verwendet, dann sollte man es auch ganz richtig machen und die Abschirmung nur auf einer (!) Seite, nämlich der dem Verstärker zugewandten (also im Klinkenstecker), mit dem Massekabel verbinden. So vermeidet man von vornherein eine sogenannte Brummschleife. 

Den Einschalter am Batteriekästchen kann man sich sparen, wenn man sich angewöhnt, den Stecker des Mikrofons bei Nichtbenutzung abzuziehen; dann kann das Mikro auch keinen Strom verbrauchen. 

Inzwischen habe ich mir eine ganz komfortable Konstruktion gebaut: ein Kästchen, am Gürtel zu tragen, das nicht nur die Stromversorgung für das Mikro, sondern auch noch eine Klang- und Lautstärkeregelung enthält. Darüber hinaus ist damit auch "Phantomspeisung" (die Bezeichnung ist in diesem Fall eigentlich nicht ganz korrekt) durch einen entsprechenden Vorverstärker oder Mischpult möglich, so daß man nicht immer noch auf volle Batterien angewiesen ist.
[Zum vergrößerten Anzeigen des Schaltplanes bitte auf denselben klicken! - Öffent neues Fenster.]
 

Schaltplan
 

Bild 3Für die Bastler und Elektronikfreaks unter Euch habe ich ein paar Fotos und den Schaltplan beigefügt. Bild 3 zeigt das Kästchen von hinten; deutlich zu sehen ist die Klammer, mit der es am Gürtel oder an der Hosentasche befestigt wird. Darunter ist das Batteriefach; ich verwende zwei Mignonzellen, aber auch ein 9-V-Block würde da rein passen. An den Schmalseiten sieht man im Uhrzeigersinn: Tiefenregler, Höhenregler (links), Mikrofonbuchse, Lautstärkeregler (oben), Umschalter Batteriebetrieb/Phantomspeisung, Ausgangsbuchse (rechts). 
Bild 4 Bild 4 zeigt das innere Gehäuse, das ich aus einem Stück Alublech gebogen habe. Es verleiht dem Ganzen eine gewisse mechanische Stabilität und verbessert die elektromagnetische Abschirmung. 
Bild 5In Bild 5 und 6 kann man einen Eindruck davon bekommen, wie die Elektronik und die Bedienkomponenten in dieses kleine Gehäuse hineingequetscht wurden. Das erfordert genaue Planung und ist eine wahre Fummelarbeit! Auch die Batteriekontakte sind selbstgebogen, aus Messingblech. Für einen 9-V-Block kann man natürlich einen käuflichen Clip verwenden. 
Bild 6 Ich plane noch, in das Kästchen einen abschaltbaren Vorverzerrer einzubauen, der den Röhrensound auch ohne voll aufgedrehte Lautstärke (und sogar ohne Röhrenverstärker) produzieren kann. (Für elektronisch Vorgebildete: das müßte sich im Prinzip mit zwei antiparallelen Dioden im Rückkopplungszweig der ersten Verstärkerstufe (IC1a) bewerkstelligen lassen.) Aber so weit bin ich noch nicht, und vielleicht ist ja einer von den Lesern schneller... 

Klaus Rohwer, Ulm 

Dieser Artikel ist erschienen in Heft 7 (Frühjahr 1998) der deutschsprachigen Mundharmonikazeitschrift Harmonica Player.

Seit dem habe ich natürlich auch wieder Erfahrungen gesammelt: so sind 3,5-mm-Klinkenstecker äußerst wackelkontaktanfällig und sollten für die Bühne nicht benutzt werden! Besser sind Cinch-Stecker und -Buchsen, sofern man auf gute Qualität achtet. Wenn man mehr als eine Signalleitung benötigt, genügt ein Cinch-Stecker natürlich nicht, dann kann man auf die guten alten DIN-("Dioden"-)Stecker ausweichen. Für zwei Signalleitungen zum Beispiel verwendet man vorteilhaft einen 5-poligen DIN-Stecker, bei dem man je zwei Kontakte parallel schaltet - das erhöht die Kontaktsicherheit. Die Masse wird sowohl über Kontakt 2 als auch über das Gehäuse des Steckers geführt. Noch besser und kontaktsicherer wären XLR-Steckverbindungen, aber die sind zu sperrig für den Einbau in solch ein kleines Gehäuse.

Um die Batterie zu schonen, ist ein Ausschalter nicht besonders geeignet, denn man vergisst leicht, ihn zu betätigen. Besser ist es, am Ausgang eine 6,3-mm-Klinkenbuchse zu verwenden, die über einen isolierten Schaltkontakt verfügt, über den die Batterie angeschlossen wird. So wird die Stromversorgung beim Ausstecken des Kabels zum Verstärker sicher unterbrochen.

Es hat sich bewährt, das Mikrofon noch mit einem Dämpfungsmaterial als "Poppschutz" zu versehen. Zunächst habe ich einfach Verpackungswatte herumgewickelt und mit einem Draht fixiert, was jedoch auf die Dauer unansehnlich aussah. Dann habe ich mir eine ringförmige Scheibe aus Kunststoff gemacht, die an der Kabeldurchführung befestigt wird. Darüber habe ich dann eine käufliche Ersatz-Schaumstoffmuschel für Kopfhörer gezogen - funktioniert recht gut und sieht gut aus.

Auf die Dauer hat sich gezeigt, dass es wünschenswert ist, dass ein Mundharmonikamikrofon eine Richtcharakteristik besitzt, um noch besser vor Rückkopplungen geschützt zu sein. Daraufhin habe ich mir unter Verwendung zweier Mikrofonkapseln ein Richtmikrofon gebaut, über das ich in der Elektronik-Zeitschrift Elektor (Heft 11/2003) berichtet habe. Diesen Artikel kann man bei Elektor (gegen eine geringe Gebühr) als PDF-Dokument herunterladen. Auch das Platinen-Layout ist dort als PDF-Dokument verfügbar.

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(c) 2001/2002/2003/2004 Klaus Rohwer
Alle Fotos: U. Büttner