Klaus Rohwer |
Meine persönliche Mundharmonika-Geschichte |
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Zunächst mal konnte ich keine Einzeltöne spielen, und es klang überhaupt nicht so, wie ich mir Mundharmonikaklang vorstellte. Von einem Mitschüler bekam ich den Tipp, dass ein älterer Schüler an unserer Schule Mundharmonika spielen könne, den könne ich ja mal fragen. Als ich in einer Pause zu ihm hinging, betrachtete er meinen Hobel sehr geringschätzig, setzt ihn an den Mund und... von da an wusste ich, dass man auch auf meiner Mundharmonika Einzeltöne spielen kann, und dass sie auch so herrlich nach Blues klingen kann, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich zog mich wieder zurück und übte das Einzeltonspiel so lange, bis ich es konnte. Ich spielte nur nach dem Gehör alles, was ich so kannte: Schlager, Volkslieder, Kinderlieder, Weihnachtslieder, Wanderlieder, Kirchenlieder, Country Songs und Stücke, die ich in der Tanzschule gehört hatte. Doch da hörte es auf: manchmal brauchte man da Töne, die einfach nicht drauf waren auf meiner Mundorgel. Also besorgte ich mir schließlich eine Chromatische. Jetzt konnte ich auch nach Noten spielen - soweit ich welche hatte. Eigentlich wollte ich ja immer elektronische Orgel spielen: Herrscher sein über viele Register und tolle Effekte - typisch pubertärer Größenwahn. Zu der Zeit konnte ich mir noch keine Orgel leisten, das Taschengeld reichte einfach nicht. Aber ich verstand schon ein Bisschen von Elektronik, und so nahm ich mir vor, mir selbst eine zu bauen. Mit einem Bausatz konnte man zwar viel Geld gegenüber einem Fertiggerät sparen, aber auch der war für mich unerschwinglich. Irgendwann bekam meine Schwester dann ein Klavier, und ich nahm auch Klavierunterricht, denn irgendwie musste ich ja lernen, die Tasten zu bedienen. Da hörte es zunächst mal auf mit der Mundharmonika. Aber auch die Klavierstunden gab ich allzu bald auf, denn ich meinte, als eifriger Student nicht mehr genügend Zeit dafür zu haben. Inzwischen schritt die Technik der elektronischen Musikinstrumente rasend voran. In meiner Elektronikzeitschrift las ich von immer neuen integrierten Schaltkreisen, und als ich plötzlich die Gelegenheit bekam, eine Tastatur mit fertigen Kontakten günstig zu erwerben, griff ich zu und baute mir eine kleine elektronische Orgel. Von da an blieb die Mundharmonika erst einmal ganz liegen. Jahre später wurde ich auf einen Volkshochschulkurs über Mundharmonikaspiel aufmerksam gemacht, und ich ging hin. Es war ein Wochenend-Workshop, und am Samstag war ich noch der king, denn ich konnte schon Einzeltöne spielen! Damit war es dann am Sonntag schlagartig vorbei: da ging es an den Blues und das bending, und da musste ich feststellen, dass ich mir die falsche Technik angewöhnt hatte, und mit der ging das einfach nicht! Heute weiss ich, dass es im wesentlichen zwei Ansatztechniken auf der Mundharmonika gibt - und ich spiele die dritte: 1.) Tongue blocking oder "Breitmaulfrosch"-Technik: die nicht benötigten
Löcher werden mit der Zunge verstopft. Ich musste erstmal umlernen auf Methode 2, und das machte ich dann wieder im stillen Kämmerlein. Hilfe hatte ich dabei von einem Buch (damals noch mit "Schallfolie"), das mir in dem Volkshochschulkurs empfohlen worden war: Martin Rost, "Rock-, Blues-, Country-Harp". Heute, wo ich weiß wie es geht, kann ich auch mit der U-blocking-Technik bendings spielen. Eine größere Wende in meinem Mundharmonikaspiel kam, als ich beruflich nach München ging. Das ist unter dem Stichwort Jazz, für den ich meine große Leidenschaft entdeckte, näher beschrieben. Seit dem spiele ich wieder hauptsächlich chromatische Mundharmonika in der Nachfolge Toots Thielemans' und anderer großer Jazz-Mundharmonikaspieler. Zwischenzeitlich las ich die Mundharmonika-Zeitschrift Harmonica Player (München; inzwischen leider eingestellt), für die ich auch gelegentlich Artikel geschrieben habe, so zum Beispiel über mein Mikrofon, das ich mir selbst gebaut habe, weil mir alle käuflichen Harmonika-Mikrofone zu schwer und zu unhandlich waren. Von 1996 bis 2016 spielte ich in der Ulmer Amateur-Jazzband DC JazzLab.
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(c) 2001 Klaus Rohwer Der Fotograf des obigen Bildes ist mir leider namentlich nicht bekannt. Ein Papierabzug des Bildes befindet sich in meinem Besitz. |